Die gesundheitspolitischen Forderungen der IDH-Mitglieder in jeweils einem Satz

Die Interessengemeinschaft der Heilberufe

ist ein Zusammenschluss der Organisationen der Ärzte, Apotheker, Zahnärzte, Tierärzte, Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein zur Abstimmung gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten. Diese Art der Zusammenarbeit ist in der Bundesrepublik Deutschland einmalig. Die Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) dient auch dem Meinungsaustausch zwischen den Heilberufen und der Politik. In der IdH werden gemeinsame Ziele formuliert und öffentlich vertreten.

Die IDH-Mitglieder bekennen sich zu den Grundsätzen, auf denen das deutsche Gesundheitswesen beruht: Ein freiheitliches, staatsfernes und solidarisches System mit selbstverwalteten und freiberuflich tätigen Heilberufen, für deren Arbeit der Staat verlässliche Rahmenbedingungen bietet. Patienten erhalten unabhängig vom sozialen Status, Alter oder Einkommen niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen. Diese Kennzeichen sind der Garant des Erfolges.

Damit hebt sich das deutsche Gesundheitswesen in weiten Teilen von vielen anderen europäischen Staaten ab. Die Heilberufe und ihre Organisationen sichern das hohe Niveau der medizinischen Versorgung rund um die Uhr. Sie garantieren und organisieren den Zugang zu den Gesundheitsleitungen und die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder.

IDH Organisationen

IDH & Politik

für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Heilberufe sind die tragende Säule des Gesundheitssystems. Aus der täglichen Praxis bringen sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung ein. Von der Gesundheitspolitik benötigen sie dafür Berechenbarkeit und Aufgeschlossenheit als Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, von der letztendlich die Patienten profitieren.

Damit die Gesundheitsversorgung auch künftig auf hohem Niveau erfolgen kann, setzen sich die IDH-Mitglieder für Reformen mit Augenmaß ein, die ihnen bei aller notwendigen Veränderung langfristige Planungssicherheit bieten. Um auch der nächsten Generation von Heilberuflern gute Arbeitsbedingungen bieten zu können, müssen bewährte Strukturen gestärkt und, wo erforderlich, neue Lösungen im Dialog zwischen Politik und Heilberufen gefunden werden.

Gremien der IDH

Ein funktionierender "Runder Tisch" ist die Konsultationsrunde.

Mehrmals im Jahr treffen sich die Präsidenten und Vorsitzenden der in der Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) zusammengeschlossenen Organisationen zum Meinungsaustausch. In dieser Runde werden gemeinsame Ziele formuliert und öffentliche Aktivitäten beschlossen.

Diskussionen und Abstimmung prägen die Gespräche in der Konsultationsrunde. Themen der Konsultationsrunde sind die Fortentwicklung des freiheitlichen Gesundheitswesens in Schleswig-Holstein, die Umsetzung übergreifender Gesundheitsziele und die Positionierung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Auch die Themen für öffentlichkeitswirksame Maßnahmen werden von der Konsultationsrunde beschlossen. Und wie werden die Beschlüsse umgesetzt? Dies ist Aufgabe der Exekutivrunde.

Die Arbeitsebene der Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) ist die Exekutivrunde

Die Vertreter der in der IDH zusammengeschlossenen Organisationen der Heilberufe treffen sich regelmäßig und traditionell an Montagen zur gegenseitigen Information. Die Exekutivrunde berät auch die sich aus den Zielen und Beschlüssen der Konsultationsrunde ergebenden Maßnahmen und organisiert deren Umsetzung. Sie wird dabei von der Geschäftstelle der IdH unterstützt.

Aktivitäten der IdH

Die Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) wird aktiv durch

  • Vermittlung von sachkundigen Interviewpartnern aus den Bereichen Medizin, Zahnmedizin, Psychotherapie und Pharmazie über die Pressestellen unserer Mitglieder.
  • Kontaktpflege zu den Medien
  • Herausgabe von Informationen zu den Themen Gesundheit und Gesundheitspolitik
  • Gesundheitskonferenz
  • Politische Diskussions- und Informationsveranstaltungen
  • Medienpreis der Heilberufe
  • Regelmäßige Zusammenkunft der Präsidenten und Vorsitzenden der Mitgliedsorganisationen der IDH in der Konsultationsrunde
  • Regelmäßige Zusammenkunft der Geschäftsführer/PR-Beauftragten der Mitgliedsorganisationen der IDH in der Exekutivrunde
  • Beratung der Mitglieder in PR-Fragen
  • Jährliche Mitgliederversammlung

Geschichte der IDH

Die Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH)

wurde 1976 auf Initiative engagierter Vertreter der Apotheker- und Ärzteschaft gegründet. Gemeinsame Intention war es, eine übergreifende Organisation der Heilberufe für die Öffentlichkeitsarbeit in Schleswig-Holstein zu schaffen. Nicht zuletzt weil sich die IdH dem Wandel der Zeit immer wieder angepasst hat, hat sich die Gründungsidee bis heute bewährt.

Zu den Themen Gesundheit und Gesundheitspolitik war und ist das Ziel der in der Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) zusammengeschlossenen Organisationen der Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten. Über die Unterschiede der einzelnen Berufsgruppen hinweg hat man in der IdH eine gemeinsame Plattform gefunden. Mit wechselnder Intensität und in verschiedenen Formen wird durch die IDH seit 1976 Öffentlichkeitsarbeit geleistet und Gesundheitsaufklärung betrieben.

Unsere Grundsätze

Freiberuflichkeit

  • Wir treffen diagnostische und therapeutische Entscheidungen gewissenhaft und unabhängig.
  • Wir sind als Heilberufler in unseren Entscheidungen frei von Weisungen Dritter.
  • Wir gestalten die Bedingungen unserer beruflichen Tätigkeit eigenverantwortlich.

Qualität

  • Wir verpflichten uns zur bestmöglichen Qualität gegenüber unseren Patienten.
  • Wir treffen alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherung einer hohen Qualität in unseren Praxen und Apotheken.
  • Wir stellen die Heilung des Patienten in den Mittelpunkt unseres Handelns.

Regionalität

  • Wir setzen uns für eine bürgernahe und flächendeckende Gesundheitsversorgung ein.
  • Wir fördern und unterstützen eine gesunde und gesundheitsbewusste Lebensweise.
  • Wir sind unserem Land verbunden und wollen Schleswig-Holstein als lebenswertes Land fördern.

Interprofessionalität

  • Wir pflegen die interprofessionelle Kommunikation und Kooperation zwischen den Heilberufen.
  • Wir respektieren die spezifischen Kompetenzen und Aufgaben der verschiedenen Berufsfelder.
  • Wir treten als Gesundheitsberufe gemeinsam gegenüber Politik und Öffentlichkeit auf.

Handlungsfelder

Versorgungssicherheit

Die Mitglieder der IDH werben für eine freiberuflich-selbstständige Berufsausübung und unterstützen junge Heilberufler bei der Niederlassung. Sie appellieren an die Landespolitik, in den ländlichen Räumen in eine Infrastruktur zu investieren, die diese Regionen attraktiv für freiberuflich-selbstständige Heilberufler bleiben lässt. Dabei muss die Erreichbarkeit der Gesundheitseinrichtungen für Patienten durch Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und – für die ortsungebundene Kommunikation – durch den Ausbau der Breitbandversorgung sichergestellt werden.

Finanzierungssystem

Begrenzte Mittel und eine sinkende Zahl an Beitragszahlern treffen auf ein dynamisches Leistungsgeschehen und steigende Leistungsansprüche. Deshalb gehört die künftige Finanzierungsstruktur des solidarischen Gesundheitswesens auf die Agenda. Eine Einbeziehung der PKV in die GKV, wie dies in einer Bürgerversicherung der Fall wäre, löst die bestehenden Probleme nicht. Eine auch verfassungsrechtlich bedenkliche Abschaffung der PKV würde das Gesamtsystem schwächen und damit letztlich auch den GKV-Versicherten schaden.

Eigenverantwortung

Patienten erfahren heute nicht, welche Kosten mit der Inanspruchnahme einer Leistung entstehen. Selbstbeteiligungen leisten einen Beitrag zu mehr Kostenbewusstsein und bewirken eine zielgenauere Versorgungssteuerung. Jede Eigenbeteiligung muss mit Augenmaß ausgestaltet werden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des einzelnen Patienten berücksichtigen.

Beschränkungen der Autonomie

Ein staatsnahes System birgt das Risiko von mehr Regulierung und Bürokratie. Der Raum für kreative und flexible Lösungen wird eingeengt, es droht eine Demotivation der Heilberufler und ihrer Mitarbeiter. Die Folgen solcher Politik sind in vielen staatlich gelenkten Gesundheitssystemen zu beobachten. Eine solche Weichenstellung muss in Deutschland verhindert werden.

Honorierung

Betriebswirtschaftlich korrekt kalkulierte Vergütungssysteme sind für alle Heilberufe unverzichtbar. Angemessene und regelmäßig angepasste Honorare sind zwingende Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb von Praxen und Apotheken und damit für eine verlässliche Patientenversorgung. Ohne eine leistungsgerechte Vergütung wird die Investition in die eigene Praxis oder Apotheke zu einem unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko.