Medienpreis 2024 der Interessengemeinschaft für Heilberufe in Schleswig-Holstein an Rieke Beckwermert (Kieler Nachrichten) für Berichterstattung über Gewalt gegen Klinikpersonal verliehen.
Die Preisträgerin des Medienpreises 2024, Rieke Beckwermert, erhielt die Auszeichnung für zwei Beiträge in den Kieler Nachrichten, in denen sie über Übergriffe gegen Klinikpersonal Schleswig-Holsteins durch Patientinnen und Patienten berichtet. Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Gewalt müssten Mitarbeitende der Kliniken während deren Dienstausübung ertragen. Zu Wort kommen in ihren Beiträgen Mitarbeitende des UKSH und des Städtischen Klinikums Kiel (SKK) sowie der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, die Sprecherin des SKK und der ärztliche Leiter der Notaufnahme des UKSH. Auch über Versuche von UKSH und SKK, dieser sich laut Landeskriminalamt weiter verschärfenden Entwicklung gegenzusteuern, wird berichtet. In ihrem Kommentar geht die Preisträgerin auf den immer häufiger fehlenden Respekt denjenigen gegenüber ein, die helfen wollen. Ganz offensichtlich seien Benimmregeln, sei ein „Knigge“, als flankierende Maßnahme zu Alarmsystemen notwendig. Empathie und Respekt seien auf der Seite der „Medizinprofis“ und der Erkrankten vonnöten.
Weitere Nominierte für den Medienpreis 2024 der IDH war Birgit Augustin für ihren Fernsehbeitrag im NDR-Gesundheitsmagazin „Visite“: „Schlaganfall bei Frauen – Symptome anders als bei Männern“. Birgit Augustin stellt zwei Schlaganfall-Patientinnen vor und geht auf die allgemeinen Symptome und Risikofaktoren des Schlaganfalls ein. Sie führt ein Interview mit einem an einer Lübecker Klinik tätigen Neurologen, der die besondere Schlaganfallsymptomatik bei Frauen erläutert. Die beiden Schlaganfallpatientinnen berichten gegen Ende des Beitrags eindrucksvoll über ihre Verhaltensänderungen und ihr Leben nach dem jeweils überlebten Schlaganfall.
Darüber hinaus wurde Timo Stukenberg für dessen Podcastbeitrag „Psychisch krank in Haft – Wo Insassen mehr erwartet als die Einzelzelle“ für den Medienpreis der IDH nominiert. Dieser Podcastbeitrag ist in Deutschlandfunk Kultur – Länderreport zu hören. Timo Stukenberg berichtet aus der psychiatrischen Tagesklinik der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumünster. Bis zu 88 Prozent der Häftlinge würden unter mindestens einer psychischen Erkrankung leiden. Unterbringungen in besonders gesicherten Hafträumen statt adäquate Versorgungen psychisch kranker Gefangener kämen in JVAen häufig vor. Wie es auch anders geht, wird in dem Bericht aus der psychiatrischen Tagesklinik der JVA Neumünster vorgestellt.
Der Medienpreis der Interessengemeinschaft der Heilberufe in Schleswig-Holstein (IDH) wird jährlich für unabhängige und vertiefend recherchierte Gesundheitsberichterstattung des Vorjahres verliehen. Dabei spielt das Medium der Veröffentlichung keine Rolle. Ob Presse, Hörfunk, Podcast oder Fernsehen – entscheidend bei der Auswahl der Preisträger sind Qualität und ein Bezug zu Schleswig-Holstein.
Verliehen wurde der mit 2.500 Euro dotierte Medienpreis auf dem Parlamentarischen Abend der IDH, der in diesem Jahr am 19. Juni in den Räumen der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Kiel, stattfand.

